Wege aus dem Stess - finde dich selbst

Kennst du das, wenn du dich auf die lang ersehnten Urlaubstage freust, die so benötigte Erholung?

Und dann sind sie da, die freien Tage, und plötzlich fühlst du dich einfach nur leer, orientierungslos und ausgebrannt.

All die schönen Pläne, die du hattest, sind nicht mehr so greifbar. Ehe du dich versiehst, sind die so lang erwarteten Tage schon wieder um.

Und ab und an fühlst du dich einfach nur kaputt, fühlst nichts mehr oder nimmst eine enges Gefühl in deiner Brust wahr.

 

Buruout und Depression sind weit verbreitet heutzutage, doch warum ist das so?

 

Als ich ins Arbeitsleben eingestiegen bin, hatte ich einen Job, in dem ich morgens 4 Stunden gearbeitet habe, dann eine längere Pause hatte und bis 8 Uhr abends nochmal arbeiten musste.

Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich kein Leben mehr habe.

Dass all meine Energie, meine Gedanken und mein Fokus in diesem Job lagen, der mich unter Druck setzte mehr zu leisten und nur gelegentlich Spaß machte.

Das fad ich ziemlich grausam. So wollte ich mein Leben nicht verbringen.

 

Ich bin schon immer ein Mensch gewesen, dem die Zeit für sich selbst sehr wertvoll und wichtig ist.

Doch recht schnell fand ich heraus, dass das Berufsleben gar nicht so gedacht ist, dass man eine Work-Life-Balance hat.

Im besten Fall sollte man überdurchschnittlich viel leisten, wenig kosten, keine Ansrüche haben, sehr flexibel sein und freiwillig täglich etwas länger bleiben und früher kommen.

So, oder so ähnlich, sieht es in vielen Firmen aus.

Kein Wunder, dass die Burnout- oder Depressionswelle über uns hingwegschwappt.

Kein Wunder, dass die Lebensfreude auf dem Weg abhanden kommt und man sich aufs Wochenenddenken fixiert.

Wie Schade! Ist das wirklich das Leben???

Darauf warten dass es Freitag Abend ist und gestresst sein, wenn es schon wieder Sonntag ist.

 

Die meisten Menschen vergessen sich selbst, stecken alles in ihren Beruf, machen sich nach und nach immer stumpfer den eigenen Interessen und Bedürfnissen gegenüber. Und plötzlich ist er da, der Zusammenbruch.

Entweder meldet sich der Körper, der dieses Spiel von mangelnder Freude und mangelnder Zuneigung nicht mehr mit macht, oder du merkst einen tiefe Sinnlosigkeit, ziehst dich zurück und fragst dich, wo denn die Lebensfreude abgeblieben ist.

 

In der Arbeitswelt ist es oft ganz normal, dass wir erst nach anderen schauen, nach unserem Auftrag oder das noch fertig machen  müssen, egal wieviel Überstunden wir dafür brauchen.

Unser Wohl steht hinten an.

Und wenn du einmal an dem Punkt bist, wo du erkennst, wie sehr du deinen Bedürfnisse vernachlässigt hast, kommt die Frage auf: WOFÜR?

Ist es das Wert?

Doch diese Verantwortung, dieser Druck lässt uns glauben, das wäre der einzige Weg.

 

Mir ist es so oft schwer gefallen los zu lassen, etwas abzugeben oder einfach zu sagen: Das mache ich morgen weiter.

Denn scheinbar muss es jetzt gleich sein, scheinbar geht es nur mit dir. Doch wenn wir beginnen, uns Stück für Stück zu lösen, merken wir, dass das sehr wohl anders geht.

 

Und noch schwieriger war es für mich, Nein zu sagen.

Eine Bitte abzulehnen hat einen riesigen Interessenkonflikt in mir ausgelöst.

Zum Einen war da eine große Erleichterung, und ich wusste, dass es dich richtie Entscheidung war.

Auf der anderen Seite hatte ich eine total schlechtes Gewissen, fühlte mich als Versager, weil ich das jetzt nicht gamacht habe. Das Gefühl, es allen recht machen zu wollen war präsent.

Doch wenn wir es allen Recht machen, leiden wir selbst darunter.

Wir sind dann die einzige Person, der es eigentlich nicht recht ist. Die aus dem Ganzen gestresst, überfordert und unglücklich hervorgeht.

 

Ich habe mir dann eine Arbeit gesucht, in der ich weniger Stunden hatte, da ich gemerkt habe, wie mich diese Gedanken an die Arbeit beschäftigen, wie drückend die Strukturen sind und wie ungern es gesehen wird, wenn man nach sich selbst schaut.

Doch das soll nicht bedeuten dass du jetzt am Exiatenzminimum leben musst, um einen Balance zwischen Arbeit und Freizeit herzustellen ;-)

 

Ich habe mit der Zeit gelernt, anders damit umzugehen.

Es ist so wichtig, dass wir wahrnehmen, wie es uns in unserem Beruf geht.

Kennst du dieses Gefühl am Morgen, ein leises Unbehagen, dass dich widerwillig in den Tag starten lässt?

Man möchte einfach mal nichts leisten, nicht das Gefühl haben immer mehr tun zu müssen und nie ist es genug.

Wir müssen den Stess, das Unbehagen, die Überforderung oder den Leistungsdruck nicht wegdrücken.

Beginne mit einer Bestandaufnahme, um zu sehen: Wie sieht es mit meinen Ressourcen aus.

Wünsche ich mir mehr Freiheit, ein ausgelicheneres Leben und mehr Freude??

Brauche ich Entspannung und Ausgleich, um wieder leistungsfähig und zufrieden zu sein?

Und sollte die Antwort Ja sein, ist das völlig okay! Du hast das Anrecht auf ein erfülltes Leben.

Es steht dir zu glücklich zu sein und dich wohl zu fühlen. Es ist deine Aufgabe, das Beste für dich zu wollen und nach dir zu schauen.

 

Der zweite Schritt ist, zu erkennen dass wir nicht komisch oder schlechter sind, wenn wir von unserer Lebenssituation gestresst sind und uns mehr wünschen.

Es ist normal traurig zu sein, wenn das Leben anstrengend und unerfüllt ist.

Es ist normal gestresst zu sein, wenn du so viel arbeitest und kein Ende in Sicht ist.

Es ist normal keine Freude zu empfinden, wenn da ein ständiger Druck da ist, der uns sagt, es ist nie genug.

Es ist normal wenn du Zweifel an dir hast, da du so viel leistest und es doch nicht anerkannt wird.

Vielleicht sagst du jetzt: Ach, ich mach ja gar nicht so viel.

Doch, du leistest jeden Tag dein Bestes, du gibst deinen Lebenszeit für deine Arbeit, deine Kraft und deine Präsenz.

Das verdient Wertschätzung und Beachtung.

 

Der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du selbst.

Das klingt vielleicht etwas egoistisch, doch das ist Selbstliebe.

Wenn du dich zuerst um deinen Bedürfnisse kümmerst, versorgst du dich, hast Kraft und kannst aus deiner Mitte heraus agieren.

Jeder profitiert davon.

 

Wir haben gelernt uns hinten anzustellen. Wir haben gelernt zu überhören was wir brauchen.

Doch diese Muster sind nicht endgültig.

Es ist wichtig gut für sich zu sorgen und liebevoll mit sch umzugehen, nur dann kommen wir an unsere wahre Kraft.

Mir ist es total schwer gefallen, für meine Bedürfnisse einzustehen.

Da war eine Stimme in meinem Kopf, die meinte:

 

"Ach, jetzt stell dich nicht so an. Das kannst du ja wohl noch machen. Warum brauchst du denn jetzt Zeit zum erholen, das kannst du doch am Wochenende machen! Siehst du, du bist viel schlechter als die Anderen! Noch ein Grund mehr, härter zu arbeiten, mehr zu leisten. Du bist einfach noch nicht gut genug."

 

Und auch wenn sie oft unbewusst in mir rumorte, sie war da.

Sie hat mich vergessen lassen, wie notwendig es ist, die eigenen Ressourcen aufzufüllen.

Aus einem Glas, das leer ist, kann nichts gegeben werden.

Indem wir uns liebevoll um uns kümmern, füllen wir unser Glas auf, um wieder aus unserer Kraft zu handeln.

Jeder Spaziergang, jeder Ausflug mit dem Fahhrrad, jedes Nickerchen, jede Minute mit Freunden, jedes Mal, wenn du tief durchatmest, tust du der Welt einen Gefallen. ;-)

Denn wenn du in deiner Mitte bist, agierst du selbstsicher, freudvoll und mit Kraft.

Nach und nach, kommt die Lebensfreude wieder, du entdeckst ganz neue Seiten an dir, lernst Grenzen zu setzen und wirst respektiert und geachtet.

Oft ist es so, dass die Menschen, die sich bemühen und einsetzten, einfach nur ausgenutzt werden.

Sie scheinen schwach. Aber in ihnen steckt so viel Kraft, Mut und Sicherheit.

Und es wird Zeit, diese Fähigkeiten zu leben.

 

Verliere nicht den Mut, solche Menschen wie dich braucht die Welt. Menschen die sich einsetzten, die wahrnehmen und einfühlsam sind.

Wir haben verlernt auf unsere innere Stimme zu hören. Doch eigentlich wissen wir ganz genau, was für uns das Richtige ist.

Beginne dich an erste Stelle zu setzten, spür rein: ist das stimmig, schaffe ich das oder wäre es sinvoller, abzusagen.

Ja, das erfordert Mut, dieses Einstehen für sich selbst.

Doch man gewinnt an Achtung, wird mehr geschätzt und respektiert.

So wie du dich behandelst, tu es auch die Anderen.

 

Vielleicht hattest du so oft das Gefühl schlechter zu sein als Andere, den Druck etwas leisten zu müssen oder die Angst zu versagen.

Das sind alte Muster. Sie dienen dir nicht mehr.

Es wird Zeit, deinen Stärken zu entdecken. Es wird Zeit, deinen Fähigkeiten zu leben.

Jede Tat, die du dir selbst gegenüber liebevoll begehst, ist ein Schritt in die Richtung deiner Kraft.

 

Vielleicht hast du von klein auf gelernt, dich selbst zurück zu nehmen.

Vielleicht hast du von klein auf das Gefühl gehabt, nicht gut so zu sein, wie du bist.

Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei. Es ist Vergangenheit.

All diese Verletzungen dürfen heilen.

Du dafst so sein, wie du bist. Genau so bist du gut.

Mit all deinen Fehlern und Stärken.

Es ist in Ordnung nicht perfekt zu sein. Niemand ist das.

Wenn du beginnst, dich selbst so zu mögen, wie du bist, entdeckst du ganz neue Seiten an dir.

Geh den liebevollen Weg. Richte dich danach, was dir gut tut, was dein Leben bereichert und sich stimmig anfühlt.

Du kannst mir kleinen Dingen anfangen. Bei einfachen Gelegenheiten "Ja" zu dir selbst sagen und für dich einzustehen.

Und nach und nach entwickelt sich deine Kraft. Findest du zu mehr Selbstsicherheit, für das zu stehen, was deiner Wahrheit entspricht.

 

Und denke daran: Deine Macken und Fehler haben dir gedient.

Deine Schüchterneheit hat dir geholfen deine Kindheit zu überstehen.

Deine Eigenwilligkeit hat dir geholfen, dich nicht selbst zu verlieren.

Deine Traurigkeit erinnert dich, dass es da noch viel mehr gibt im Leben.

Deine Verzweiflung lässt dich neue Wege finden.

Dein schrecklichstes Tief lässt dich noch höher hinaus gehen.

 

Ich habe so viele dunkle und traurige Momente gehabt, hatte so oft die Angst zu versagen oder nicht zu reichen.

Und ja! Das waren so schreckliche Gefühle.

Doch im Nachhinein danke ich jedem dieser Momente. Sie waren eine Chance, meine wahre Kraft, mein Potential zu einem erfüllten und glücklichem Leben zu entdecken.

Jedes Tief und jeder scheinbare Fehler zeigt uns einen Weg, der uns dahin führt wo wir ankommen wollen.

 

Auf eine gute und spannende Reise. Alles Gute dir! Henni